Raiffeisenbanken mit guter Geschäftsentwicklung 2014

Die anspruchsvollen Herausforderungen im Bankensektor in bester Art und Weise bewältigt

Bad Gögging, 18.03.2015

Die Raiffeisenbanken und Volksbanken im Landkreis Kelheim blicken auf ein gutes Geschäftsjahr 2014 zurück. Sowohl die Kundeneinlagen als auch das Kundenkreditvolumen nahmen eine positive Entwicklung. Mit einem Anstieg der Bilanzsumme um 5 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro bleiben die vier Raiffeisenbanken im Landkreis auf Expansionskurs. Das Wachstum konnte im Vergleich zum Vorjahr sogar etwas erhöht werden.

Sichtlich zufrieden präsentierte bei einem Bilanzpressegespräch der Kreisverbandsvorsitzende Albert Lorenz sowie alle Vorstände der Genobanken die guten Geschäftszahlen. „Wir wissen aber auch, dass eine positive Ertragsentwicklung und stetige Kostensenkungen notwendig sind, um auf die vor uns liegenden Geschäftsjahre mit anhaltend niedrigen Zinsen vorbereitet zu sein“, sagte Albert Lorenz.

Erneut hohes Wachstum im Kredit- und Einlagengeschäft

Im Kreditgeschäft legten die vier Institute im Jahresverlauf 2014 um 56 Mio. Euro, bzw. 6,2 Prozent auf 973 Mio. Euro deutlich zu. Die bayerischen Genossenschaftsbanken können nur einen Zuwachs von 4,5 % verzeichnen. Das zeigt: Die Genossenschaftsbanken im Landkreis Kelheim sind ein gefragter Finanzierungspartner der mittelständischen Unternehmen. Auch die Darlehen an Privatkunden bleiben im Aufwärtstrend. Zahlreiche Kunden nutzen die niedrigen Darlehenszinsen für ihre Baufinanzierung und energetischen Investitionen, berichtet Bernhard Sandl, der stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende.

Im Einlagengeschäft verzeichneten die Raiffeisenbanken trotz der „Nullzinspolitik“ der Europäischen Zentralbank (EZB) ebenfalls Zuwächse. Die Kunden vertrauten den vier Banken zum Jahresende 2014 insgesamt 1.155 Mio. Euro an und damit um 4,9 Prozent (54 Mio.) mehr als im Vorjahr. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus legten die Kunden ihr Geld verstärkt in Form kurzfristigerer Sichteinlagen an, während das Volumen von Termineinlagen weiter zurückging.

Stabiler Ertrag stärkt die Eigenkapitalbasis

Neben einer positiven Entwicklung im Volumensbereich können die Genossenschaftsbanken auch über eine stabile Ertragslage berichten. Der Rückgang der Zinsspanne um 4 Basispunkte auf 2,35 Prozent konnte druch das gute Kreditwachstum und Senkung der Betriebskosten aufgefangen werden. Aufgrund der guten Konjunktur sind zurzeit so gut wie keine Kreditausfälle vorhanden.

Das voraussichtliche Gesamtergebnis vor Steuern beträgt 16,5 Mio. Euro. Die abzuführende Körperschafts- und Gewerbesteuer, sowie der Solidaritätsbeitrag betragen insgesamt 4,4 Mio. Euro darin enthalten sind 2 Mio. Euro Gewerbesteuer, die den Bürgern in der jeweiligen Kommune zu Gute kommt. Mit dem Bilanzgewinn werden die Banken ihr Eigenkapital weiter stärken. Das haftende Eigenkapital der VR-Banken summiert sich auf 150 Mio. Euro. Dies ergibt eine Gesamtkapitalquote von 18,9 Prozent. Der gesetzlich vorgeschriebene Wert von 8 Prozent wird wesentlich überschritten. Jedoch hat sich die Gesamtkapitalquote gegenüber dem Vorjahr um 1 % ermäßigt, da nach Basel III der Haftsummenzuschlag und die Vorsorgereserven nicht mehr vollständig als Eigenkapital angerechnet werden dürfen.

Markt-, Kunden- und Mitarbeiterentwicklung

Die vier selbstständigen Raiffeisenbanken im Landkreis Kelheim – Bad Abbach-Saal, Bad Gögging, Riedenburg-Lobsing und Aiglsbach – sowie die Geschäftsstellen im Landkreis von der Hallertauer Volksbank und der Raiffeisenbank Hallertau haben ihre Marktposition ausgebaut. In allen Bilanzpositionen konnte ein Zuwachs über den Durchschnitt des Genossenschaftsverbandes Bayern (GVB) verzeichnet werden.

Gleichzeitig ist die Anzahl der Kunden im letzten Jahr um 964 auf 69.025 gewachsen und auch die Mitglieder haben um 928 auf 25.969 zugenommen. Dies war nur möglich mit kompetenten und hoch motivierten Mitarbeitern/innen.

Die Genobanken im Landkreis haben insgesamt 444 Beschäftigte (elf mehr als 2013), davon 38 Azubis (drei mehr als 2013).

„Wir wollen unseren Kunden beste Qualität bieten, als Bank eine Top-Bonität vorweisen und ein toller Arbeitgeber sein“, macht Karl Prohaska, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Bad Gögging, deutlich.

Bankfilialen

Bei den Kunden sind die Filialen weiterhin sehr beliebt. Laut einer Umfrage haben nahezu 95 Prozent der Befragten ihre Hauptverbindung bei einer Filialbank. Onlinehändler eröffnen teilweise Geschäfte, um ihr Produkt besser präsentieren zu können. Die VR-Banken zeigen mit insgesamt 43 Geschäftsstellen Kundenähe und bieten gleichzeitig mit Onlinebanking für den Zahlungsverkehr und Onlinebrokerage für den Wertpapierhandel die Vorteile einer Direktbank. Die Raiffeisenbanken werden versuchen, ihr dichtes Filialnetz aufrecht zu erhalten. Wobei die letzten Jahre eine Veränderung sichtbar ist. Bisher stand der Zahlungsverkehr im Vordergrund einer Bankfiliale. In Zukunft werden die VR-Banken die Finanzberatung in den Mittelpunkt ihrer Filialen stellen.

Fusion

Seit Jahrzehnten nimmt die Anzahl der selbstständigen Genossenschaftsbanken in Bayern ab. Am 31.12.2000 gab es im Freistaat noch 481 Genobanken. Zum 31.12.2014 ist die Anzahl auf 281 zurückgegangen. 2014 hat auch die Raiffeisenbank Wildenberg ihre Selbstständigkeit aufgegeben. Somit zählen zum Kreisverband Kelheim noch vier selbstständige Raiffeisenbanken (Bad Abbach-Saal, Bad Gögging, Ridenburg-Lobsing, Aiglsbach).

Die Fusionswelle wird nicht zuletzt aufgrund der übermäßigen regulatorischen Anforderungen weitergehen. Dabei schließen sich nicht nur kleinere Institute einer größeren Einheit an, sondern auch große VR-Banken gehen den Weg einer Fusion.

Die durchschnittliche Bilanzsumme einer Bank beträgt derzeit 502 Mio. Euro.  

Spenden an Institutionen und Vereine

Mit einem Spendenbetrag in Höhe von 174 TEuro bzw. 221 TEuro einschließlich der Volks- und Raiffeisenbank Hallertau an örtliche Schulen, Kindergärten, Kirchen, Kommunen, Vereine und gemeinnützige Einrichtungen haben sich die Raiffeisenbanken und die Raiffeisenkunden maßgeblich für die Region engagiert.

Der größte Teil des gesamten Betrags stammt vom Gewinnsparzweckertrag, der über die Gewinnsparlose der Kunden zur Verfügung gestellt wird.

Genossenschaftliche Sicherungseinrichtung

Aufgrund der neuen EU-Einlagensicherungsrichtlinie wird es künftig ein duales Institutssicherungssystem der genossenschaftlichen Finanzgruppe geben. Das heißt, neben der bisherigen freiwilligen Sicherungseinrichtung wird ein gesetzlich anerkanntes Einlagensicherungssystem, „ein weiter Topf“, entstehen. Von zentraler Bedeutung ist dabei, dass der Sicherungsfonds ausreichend gefüllt ist und keine außerordentlichen Einzahlungen notwendig sind. Andere Bankgruppen haben zum Teil enormen Nachholbedarf und es streiten sich Zentralbanken und Primärbanken, wer wieviel einbezahlen soll.

Ausblick auf das Jahr 2015

Neben der anhaltenden Niedrigzinsphase stellt die Bewältigung der Regulierungsmaßnahmen eine erhebliche Herausforderung für die Raiffeisenbanken dar. „Wir wollen trotzdem unser erfolgreiches Kundengeschäft und unseren Wachstumskurs weiter fortführen“, sagt Josef Forstner, Vorstand der Raiffeisenbank Aiglsbach. Die Marktanteile im Kreditgeschäft ausbauen, die Betriebskosten senken und die jährliche Stärkung des Eigenkapitals, sind langfristige Ziele der Genobanker.

Gäste:

Die Bilanzpressekonferenz wurde durch die Anwesenheit von Landrat Herrn Dr. Hubert Faltermeier und dem Regionaldirektor des Genossenschaftsverbands Bayern Herrn Franz Penker bereichert.

Die Vorstände der Raiffeisenbanken und Volksbanken im Landkreis Kelheim

Raiffeisenbank Bad Abbach-Saal eG

Albert Lorenz
Christoph Schweiger

Raiffeisenbank Bad Gögging eG

Karl Prohaska
Johann Glas

Raiffeisenbank Riedenburg-Lobsing eG

Bernhard Sandl
Konrad Kolbinger

Raiffeisenbank Aiglsbach eG

Josef Forstner
Thomas Maier

Hallertauer Volksbank eG

Andreas Streb
Walter Ziller
Prokurist Martin Lutz

Raiffeisenbank Hallertau eG

Andreas Ehrmaier
Florian Meier